Förderprojekt für schwangere Frauen und Mütter mit Kleinkindern in Rumänien

Bocșa, 7. Juni 2012
von Daniela Cismăneanțu

Seit April 2012 wird im Kinderzentrum in Bocsa ein Förderprogramm für Mütter mit Kleinkindern angeboten. Das Projekt «Mutter und Kind in Not» ist eine Direkthilfe für bedürftige Mütter. Für sie stellen wir Hilfspakete zusammen, welche die notwendigsten Sachen für ein neugeborenes Baby bis zum zweijährigen Kind beinhalten. Am 7. Juni wurde das Förderprogramm mit einem Informationsanlass  einem breiten Publikum vorgestellt.

Viele tausend solcher «Mutter und Kind in Not»-Pakete wurden in den letzten Jahren in der Ukraine und in Rumänien an bedürftige Mütter abgegeben. Unter anderem auch in vielen Geburtskliniken und Pfarreien unterschiedlichster Konfessionen sowie in diversen Frauengefängnissen. Die "Mutter und Kind in Not" Pakete werden von freiwilligen Helferinnen von «Triumph des Herzens» in Deutschland zusammengestellt, um die spezielle Not der Mütter in Osteuropa zu lindern. In den letzten zehn Jahren konnten über 18'000 Care-Pakete durch unsere Organisation in der Ukraine und in Rumänien an bedürftige Familien abgegeben werden.

Daniela Cismăneanțu bei der Übergabe eines Hilfspaketes

Die Abtreibungsquote in Rumänien ist die höchste in Europa (auf dem Kontinent wird sie nur noch von Russland übertroffen). In den letzten 50 Jahren wurden in Rumänien über 22 Mio. Abtreibungen durchgeführt (Quelle) und auch heute noch enden rund 50% aller Schwangerschaften mit der Tötung des Kindes (Quelle). Abtreibung gilt in Rumänien immer noch als erste Verhütungsmethode. Gründe dafür gibt es mehrere: So ist die Pille teurer als eine Abtreibung. Aufklärungskampagnen über eine verantwortungsvolle Familienplanung oder zu Verhütungsmitteln gibt es keine und wenn, dann lediglich von Privatstiftungen. Weder das Gesundheitsministerium noch das Erziehungsministerium kümmert sich um die notwendige Aufklärung und Prävention. Es fehlt zu diesem Thema an jeglichen Informationen. Die könnten Familienärzte vermitteln. Doch reicht die Zeit oft nicht für ein Gespräch, weil sie zu viele Patienten betreuen müssen.

Grafik Anzahl jährlicher Schwangerschaftsabbrüche

Die Gynäkologin Ruxandra Dumitrescu vom Bukarester Krankenhaus "Cantacuzino" weiß das aus eigener Erfahrung. Oft sind ihre Patientinnen schon schwanger, wenn sie zu ihr kommen und meinen, Abtreibung sei die einzige Lösung. Gerade deshalb will Ruxandra Dumitrescu, dass auch in Rumänien eine Beratungspflicht eingeführt wird: "Bei uns gibt es kein Gesetz, wie in manchen EU-Staaten üblich, dass man vor der Abtreibung eine psychologische Beratung bekommt und noch einmal eine Woche überlegen kann. Ich habe mit vielen Patientinnen gesprochen und sie haben danach nicht mehr abgetrieben. Wenn die Frauen eine Bedenkzeit nehmen müssten, würde sich die Mehrheit für das Kind entscheiden, selbst wenn es das dritte ist."

In unserem Kinderzentrum in Bocsa haben wir deshalb eine spezielle Beratungsstelle für werdende Mütter eingerichtet, in welcher Beratung und Betreuung verheirateter und alleinstehender Mütter vor und nach der Geburt angeboten wird. Über die lokalen Radio- und Fernsehstationen wird das Projekt „Mutter und Kind” beworben und am 7. Juni 2012 wurde ein spezieller Informationsanlass für werdende Mütter im Kinderzentrum Bocsa durchgeführt. Dabei geht es in erster Linie darum, werdenden Müttern Information und Hilfe anzubieten, und sie in den ersten zwei Lebensjahren ihrer Kinder zu begleiten. Schwangere Frauen und Mütter von Kleinkindern können sich im Zentrum registrieren lassen und erhalten regelmässige Unterstützungspakete, welche alles enthalten (Windeln, Babynahrung, Babykleider, Schoppen, Schnuller, etc.), was sie für die Pfege ihrer Kinder benötigen.

Frau Erhält ein Hilfspaket

Unsere Stiftung „Triumful Inimii” in Rumänien, welche das Förderprojekt für werdende Mütter und Mütter mit Kleinkindern ausrichtet, steht den Frauen auch beratend zur Verfügung. Ein eigens dafür eingerichtetes Beratungszimmer steht für Gespräche und medizinische Voruntersuchungen mit einem Facharzt (Frauenarzt, Psychologe) zur Verfügung. Die Initiative stösst bereits jetzt auf ein grosses Echo, sowohl bei den Teilnehmerinnen als auch in den Medien, die sehr positiv über das Mutter und Kind-Projekt berichtet haben.

Dieses Projekt ist nur möglich dank der grossherzigen Unterstützung vieler engagierter Helfer und Gönner: Wir möchten uns im Namen aller Empfängerinnen ganz herzlich bei den vielen Frauen in Deutschland bedanken, welche die „Mutter und Kind in Not”-Pakete zugunsten dieses Projektes zusammenstellen. Ein besonderer Dank geht an Herrn Pius Stössel von der Stiftung "Ja zum Leben", welche das Projekt grosszügig unterstützt, die Bücher, Broschüren und Plakate zur Verfügung gestellt sowie den Druck der Materialien finanziert hat.

Fotogalerie

Mit dem Förderprogramm "Mutter und Kind in Not" werden Mütter mit Kleinkindern unterstützt, welche nicht über die Mittel verfügen, ihre Kinder mit dem Notwendigsten zu versorgen. Es dient aber auch als Präventionsprogramm um vor allem junge oder alleinstehende schwangere Frauen zu ermutigen, ihre Kinder zur Welt zu bringen, wenn sie sehen, dass sie von der Gemeinschaft Unterstützung erhalten.

Daniela Cismăneanțu mit einer schwangeren Frau
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