Weihnachtsbrief von P. Rolf Schönenberger an die Unterstützer und Mitarbeiter der Osteuropahilfe

Im Advent 2013

«An jedem Ort und bei jeder Gelegenheit sind wir aufgerufen, den
Schrei der Armen zu hören... Lassen wir die Armen nie allein!
Maria versteht es, mit ein paar ärmlichen Windeln und einer Fülle
zärtlicher Liebe einen Tierstall in das Haus Jesu zu verwandeln...
Als Mutter von allen ist sie ein Zeichen der Hoffnung für die Völker,
die Geburtswehen leiden, bis die Gerechtigkeit hervorbricht.»

aus „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus

Liebe Freunde und Wohltäter der Osteuropahilfe

Das inspirierte Apostolische Schreiben von Papst Franziskus geht unter die Haut. Alle Menschen guten Willens sind angesprochen, Gerechtigkeit und Frieden zu verwirklichen, damit die Geburt unseres Erlösers für alle zum Fest der Freude und des Friedens werde.

Mutter mit Baby auf dem Arm

Deshalb möchte ich allen Wohltätern und Mitarbeitern, die uns das ganze Jahr hindurch tatkräftig unterstützen, von ganzem Herzen danken. Dass wir auch dieses Jahr wieder 95 Sattelschlepper mit Hilfsgütern nach Osteuropa bringen durften, zeugt von der enormen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und des persönlichen Engagement jedes Einzelnen. Damit die Verteilung an den Zielorten reibungslos verläuft und alle Zollauflagen überwunden werden können, braucht es das Gebet und die Opfer vieler, die im Hintergrund unsere Aktionen begleiten. Ihnen allen möchte ich den Dank der Empfänger unserer Liebesgaben und Weihnachtsgeschenke überbringen. Der Jahresrückblick 2013 und unsere Webseite vermitteln einen aktuellen Überblick über unsere zahlreichen Aktivitäten.

Sattelschlepper der Osteuropahilfe

Ukraine

In der Ukraine hat sich die Lebenssituation der Menschen massiv verschlechtert. Die Regierung sperrt sich gegen die humanitären Hilfsgüter aus dem Ausland und wird der Korruption im eigenen Lager nicht mehr Herr. Monatelanges Warten und schier unmögliche Zollauflagen und Kontrollen zermürben unsere treuen Mitarbeiter und haben viele Menschen in eine tiefe Depression gestürzt. Zehntausende harren Tag und Nacht bei klirrender Kälte auf den Strassen von Kiew aus und prangern die Missstände im eigenen Land an.

Menschen prangern Misstände im Land an

Nur das Gebet kann ein Blutbad verhindern! Doch wir geben nicht auf, die Armen brauchen uns und sind auf unsere Hilfe angewiesen. Deshalb planen wir an Weihnachten rund 1‘000 Lebensmittelpakete im Wert von € 25.- für die Ärmsten vor Ort zu verpacken, damit die Familien in ihrer Notlage wenigstens an Weihnachten etwas aufatmen können und Freude ihr Herz erfüllt.

Mutter und Kinder erhalten ein Hilfsgüterpaket

Am 18. Januar, zum Fest der Taufe Jesu (orth. Kalender), haben wir unsere neue Sozialstation in Mala Racha in der Region Zhytomir eingeweiht. Br. Bruno betreut von dort aus viele ältere, alleinstehende Menschen und kinderreiche Familien, welche jeden Monat ein kostbares Lebensmittelpaket erhalten. Im vergangenen September/Oktober gab es nur eine Woche Sonnenschein. Sonst hat es täglich geregnet. Ein Grossteil der Ernte ist deshalb verfault. Br. Bruno hat aus den Feldern der Omas gerettet, was zu retten war. Die Häuser standen teils bis 2 zu Meter unter Wasser!

Häuser stehen unter Wasser

Die Reinigungsarbeiten sind noch immer im Gang. Alles stinkt in den Häusern und muss desinfiziert werden. Die Waschmaschine der Sozialstation läuft pausenlos und die älteren Menschen sind völlig überfordert. Einige Omas haben sogar gestanden, dass sie nur noch jeden zweiten Tag essen! Wie könnten wir diese Menschen ihrem Elend überlassen? So ist Br. Bruno zum Segen für die ganze Region geworden.

Das Kinderzentrum in Kiew haben wir zum ökumenischen Bildungshaus erweitert. Es besteht eine grosse Nachfrage nach geistiger Erneuerung. Deshalb haben wir auch mit dem Bau eines Saales für 40–50 Personen begonnen. Parallel wird das Kinderzentrum mit verschiedenen Programmen für Kinder aus armen Familien weitergeführt. Zusätzlich haben wir auf dem Grundstück unseres Kinderzentrums eine kleine Farm mit Tieren aufgebaut - eine wichtige Therapie für unsere Kinder.

Ökumenisches Bildungshaus in Kiew

Russland

In Russland haben wir dieses Jahr 29 Gruppen mit insgesamt mehr als 800 Kindern betreut. Zum ersten Mal haben wir auch Jugendliche im neueröffneten  Haus St. Seraphim aufgenommen. In Jaropolzy werden wir im Frühling eines unserer Häuser einer orth. Gemeinschaft zur Verfügung stellen, die sich mit einem Diakon und dem Ortspriester um Alkoholiker und Drogensüchtige kümmern wird. Das abgelegene Gebiet und ein kleiner Bauernbetrieb auf den 4 Hektaren Land liefert das ideale therapeutische Umfeld und die Selbstversorgung der kleinen Gemeinschaft.

Kinder im Speisesaal

Rumänien

In Rumänien konnten wir mit Hilfe des Bürgermeisters der Stadt Bocsa, Eugen Cismaneantu, dem langjährigen Administrator unserer Stiftung, vermehrt der Bevölkerung helfen. Unsere Stiftung arbeitet eng mit der Stadtverwaltung zusammen und hat mehrere Infrastruktur-Projekte übernommen, u.a. die Sanierung von Dächern für drei grosse Schulhäuser und zwei Kirchen. Die Firma Creaton hat uns für diese Projekte rund 500 Paletten mit neuen Dachziegeln zur Verfügung gestellt. Dank Schweizer Sponsoren können wir bereits diesen Winter eine neue Heizung in einem der Schulhäuser installieren.

Sanierungsbedürftiges Schulhaus

Ärzte aus der Schweiz und Amerika haben die finanzielle Hilfe zugesichert, damit das zur Zeit geschlossene, ehemalige Regionalspital umgebaut und mit modernen Apparaturen eingerichtet werden kann, damit es für die Bevölkerung wieder zur Verfügung steht. Vor kurzem wurde durch Tierfreunde in Deutschland auch ein Hundezwinger mit 50 Plätzen gebaut, um das Problem der 400 verwahrlosten Hunde der Stadt in den Griff zu bekommen.

Medizinisches Zentrum

Zu unserer Freude können wir im Frühling mit der 2. Bauphase unseres Sportplatzes beim Kinderzentrum beginnen. Ein Spielplatz und ein kleiner Pavillon mit Duschen und Umkleideräumen für die 600 Jugendlichen, die den Sportplatz der Stiftung benützen, kann somit realisiert werden.

Kinder auf dem Sportplatz

Frankreich

In Frankreich haben viele Freiwillige in der Stadt Bras (Provence) das Haus unserer neuen Niederlassung renoviert. Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung wurde es am 27. Oktober eingeweiht. Sr. Tamara, unsere langjährige Mitarbeiterin in Russland, wird sich um den ökumenischen und kulturellen Austausch mit Jugendlichen beider Länder bemühen. Ferner wird ein Atelier für Ikonenstickerei eingerichtet.

P. Rolf Schönenberger und Gäste vor neuer Niederlassung

Auch dieses Jahr haben wir mit Ihrer Hilfe viel für die Anliegen und Nöte der Menschen in Osteuropa bewirken können. Bitte helfen Sie uns weiter, die Not der Menschen zu lindern. Wir zählen auf Sie!

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen die Fülle zärtlicher Liebe von der Mutter mit ihrem Kind, damit wir im Neuen Jahr 2014 den Armen noch selbstloser und wirkungsvoller dienen können. Möge das kommende Jahr uns allen zum Segen werden!

P. Rolf-Philipp Schönenberger
Osteuropahilfe «Triumph des Herzens»

Ich möchte mich ganz besonders für alle Zuwendungen und Spenden bedanken mit denen Sie unsere Arbeit unterstützen.
Eine Spendenbescheinigung für das Jahr 2013, die Sie (in der Schweiz und in Deutschland) als Beilage für die Steuer-Erklärung verwenden können, wird Ihnen bis Ende Januar 2014 zugestellt.

Jahresrückblick 2013

Sie können den Jahresbericht 2013 als PDF herunterladen, indem Sie auf das untenstehende Bild klicken.

Abbildung des Jahresberichts 2013
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