Eine 2200 Kilometer lange Reise für einen guten Zweck

erschienen im Birsigtal Bote
23. Mai 2013
Georges Küng

Das Beschäftigungs- und Wohnheim «Am Birsig» (BWAB) ist ein Heim für erwachsene Menschen mit Cerebrallähmung oder Mehrfachbehinderung. Vor einer Woche herrschte morgens ein emsiges Treiben, denn es galt, 30 Pflegebetten «reisebereit» zu machen. Wir waren vor Ort.

Mit der Zeit müssen die meisten Dinge ersetzt werden. Gerade, wenn es Alltagsgegenstände sind. Und so musste das BW «Am Birsig» die Pflegebetten ersetzen. Diese sind zwar erst 13 Jahre alt, doch «weil es keine Ersatzteile mehr gibt und neue Vorschriften bezüglich Pflegebetten gelten, ist eine Neuanschaffung unumgänglich», wie Heimleiterin Simone Bolhuis uns erklärte. Die Stiftung Cerebral (Basel) kam für diese neuen Betten auf.

Simone Bolhuis, die Heimleiterin des Beschäftigungs- und Wohnheims «Am Birsig» und Christoph Oser von der «Osteuropahilfe»
Simone Bolhuis, die Heimleiterin des Beschäftigungs- und Wohnheims «Am Birsig» und Christoph Oser von der «Osteuropahilfe»

Es gibt Länder, gerade im Osten von Europa, welche sehr dankbar um Gaben und Spenden sind. Wer durch Belgrad spaziert, wird sehen, dass eine grosse Anzahl der Strassenbahn frühere Basler «Drämmli » sind. Und so wurden die 30 Pflegebetten, Gehhilfen und Rollstühle am vorletzten Mittwoch in einen Sattelschlepper verfrachtet, der in diesen Tagen die 2200 Kilometer lange Fahrt nach Riga, der Hauptstadt von Lettland, unter die Räder nehmen wird. Dort werden die Accessoires aus Bottmingen auf drei Heime verteilt.

Für den Transport verantwortlich ist die Stiftung «Osteuropahilfe», welche ein internationales Hilfswerk mit Sitz in Wil und Einsiedeln ist. Ihr Motto ist: Triumph des Herzens. Auf deren Homepage lesen wir: «Seit dem Umbruch in Osteuropa hat die Kluft zwischen Reich und Arm immer weiter zugenommen. Auf der Strecke bleiben vor allem die Kinder.» Aber auch behinderte Menschen werden oft wie Aussätzige, zumindest aber Randständige behandelt. Es fehlt vor allem an der Infrastruktur und Alltagsaccessoires für behinderte Menschen. Zu erwähnen, dass die Mitarbeiter der «Osteuropahilfe» allesamt ehrenamtlich tätig sind. Auch dies ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit!

Helfer beim Aufladen von Spitalbetten

Dass wir im Westen oftmals eine gar schnelle «Wegwerf-Mentalität» für Dinge, die wir als veraltet, nicht mehr «up to date» oder nicht reparaturwürdig einstufen, haben, liegt wohl daran, dass wir weniger an Mangel denn an Überfluss «leiden» … wie dies einst Pfarrer Markus Degen aus Oberwil, der jedoch seit fast 40 Jahren in Peru tätig ist, so treffend in einem Exklusivinterview mit dem «BiBo» gesagt hat.

In den nächsten Tagen kommen behinderte Mitmenschen in Riga in den Genuss von 30 hochwertigen Pflegebetten, die vorgängig in Bottmingen waren. Und wir machen schon jetzt unsere Leserschaft darauf aufmerksam, dass das Beschäftigungs- und Wohnheim «Am Birsig» auch in diesem Jahr wieder sein Sommerfest durchführen wird. Wir werden zum gegebenen Zeitpunkt explizit darauf hinweisen.

Zum Laden bereitgestellte Spitalbetten

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Bericht

Hilfsgütertransport vom 27. Mai 2013 an das Regional Hospital, Daugavpils in Lettland. Sie können den Bericht als PDF herunterladen, indem Sie auf das untenstehende Bild klicken.

Abbildung des Berichtes Hilfsgütertransport vom 27. Mai 2013 an das Regional Hospital, Daugavpils, Lettland
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