Die Not der ärmsten Kinder lindern

erschienen im Toggenburger Tagblatt
25. Oktober 2014
Beatrice Bollhalder

Die Mosnangerin Trudi Widmer setzt ihre Freizeit seit mehr als zwei Jahren für einen guten Zweck ein. Sie sammelt verschiedene Hilfsgüter für die Osteuropahilfe. Derzeit ist sie damit beschäftigt, Weihnachtspakete zu schnüren. Neben Bekleidung und Spielsachen gibt es auch Süssigkeiten.

In Mosnang haben in diesen Tagen flinke Frauenhände damit begonnen, verschiedene Spielsachen und Kleider für Kinder in Weihnachtspapier zu hüllen. Obwohl Weihnachten noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, denkt man hier schon heute an das Fest. Die Geschenke haben nämlich noch einen weiten Weg vor sich. Sie sollen bedürftigen Kindern in Osteuropa übergeben werden. Und da solche Transporte nicht immer reibungslos vor sich gehen, beginnt man lieber früh genug mit der Vorbereitung. Wer etwas Gutes tun möchte, sollte seine Geschenkartikel möglichst bald abgeben. Vor allem an Schokolade fehlt es noch.

Telefonisch ankündigen

In vielen Ländern Westeuropas werden schon seit rund zwanzig Jahren regionale Lager unterhalten, in denen Hilfsgüter jeder Art für Bedürftige in Osteuropa gesammelt werden. Den Anstoss dazu hat 1993 Pater Rolf Schönenberger gegeben, als er das internationale Hilfswerk «Triumph des Herzens» gegründet hat. Die unterschiedlichsten Materialien und Hilfsgüter werden seitdem organisiert und zwischengelagert. Eines dieser Lager befindet sich in Mosnang. Trudi Widmer hat sich vor gut zwei Jahren während eines Aufenthaltes in Rumänien von der grossen Not im osteuropäischen Land überzeugen können. Dass ein Lager in Mosnang entstanden ist, habe sich einfach so ergeben, sie habe einfach helfen wollen, erzählt sie. Und dafür wendet sie regelmässig sehr viel Zeit auf. «Andere gehen auch ihren Hobbies nach. Ich engagiere mich halt für die Osteuropahilfe», meint sie bescheiden. Die Zeit, die sie dafür einsetzt, beschränkt sich aber nicht auf eine kurze Periode, wie man vielleicht annehmen könnte. Trudi Widmer steht das ganze Jahr – ausser in der Schulferienzeit – zweimal wöchentlich im Lager im Mosnanger Unterdorf bereit, um Spenden entgegenzunehmen. Oft kommen aber auch Telefonanrufe von Spendern, die grössere Sachen abgeben möchten. «Es ist optimal, wenn man mich zuerst telefonisch kontaktiert, dann kann ich unter Umständen einen Direkttransport anbieten. Mein Lager kommt nämlich schnell an seine Kapazitätsgrenzen», sagt sie.

Kinder mit Fahrrädern

Gestrickt wird das ganze Jahr

Trudi Widmer nimmt das ganze Jahr über neue oder neuwertige Kleider, Spielsachen oder Haushaltwaren entgegen. «Es gibt in der Umgebung zahlreiche Frauen, die sich regelmässig zum Stricken treffen. Damit können die Geselligkeit gepflegt und nebenbei grossartige Sachen für Bedürftige hergestellt werden», freut sich Trudi Widmer über das grosse Engagement vieler Frauen aus der Gegend. Immer wieder erhalte sie ganze Schachteln oder Säcke voller Finkli, Pullover, Jäckchen oder anderen selbstgestrickten Sachen. «Kleider und Spielsachen, die sich als Weihnachtsgeschenk eignen, sortiere ich fortlaufend aus. So konnte ich auch diesmal einfach die Schachteln in meine private Garage transportieren», erklärt Trudi Widmer das Vorgehen. Ein Telefonanruf genügt, und eine der beiden Helferinnen steht zur Mithilfe beim Einpacken der Päckli bereit. Mehr Helfer hätten in der Garage auch keinen Platz, erklärt Trudi Widmer. Dass diese Arbeit bereits jetzt an die Hand genommen wird, hat einen einfachen Grund. Der Transport dauert lange und muss frühzeitig organisiert werden können. Ausserdem hat Trudi Widmer kurz vor Weihnachten auch noch alle Hände voll zu tun, damit die eigenen Kinder und Grosskinder nicht zu kurz kommen.

Bekleidung und Schokolade

Für die grösseren Kinder werden jeweils ein Kleidungsstück, etwas zum Spielen sowie Süsses liebevoll verpackt und nach Alter beschriftet, damit die Kinderaugen an Weihnachten leuchten können. Für die Kinder im Alter bis zu eineinhalb Jahren werden jeweils gleich viele Pullover und Spielsachen oder Plüschtiere von den Frauen in eine Schachtel verpackt. Allein das Sortieren nach Grösse der Pullover nimmt einige Zeit in Anspruch. «Eines passt noch in die Schachtel», ist zu hören. Der Platz wird bis zum Deckel ausgenutzt, denn der Transport ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei solchen Vorhaben. Die Sachen aus den Schachteln werden in knapp zwei Monaten vor Ort an die Eltern abgegeben. Da die Kinder immer beides, nämlich etwas zum Anziehen und etwas Süsses erhalten sollen, ist Trudi Widmer dankbar, wenn sie in den nächsten Tagen von Spendern noch Schokolade oder andere Süssigkeiten entgegennehmen kann.

Trudi Widmer mit den von ihr gestrickten Kleidern

Gefragt sind auch Velos

Menschen, die die Osteuropahilfe ebenfalls unterstützen möchten, können Hilfsgüter während des ganzen Jahres direkt in eines der Hilfsgüterlager, zum Beispiel in jenes von Mosnang, bringen. «Angenommen wird alles, was Sinn macht», erklärt Trudi Widmer. Vom Kinderwagen oder -bettli, über Spielsachen und Kleider für Babies bis zum Rollator für bedürftige Senioren ist alles willkommen. Möbel sollten praktisch und stabil sein, ist Trudi Widmer wichtig. Auch Haushaltartikel finden eine weitere Verwendung. Besonders gefragt, aber wenig gespendet, sind Velos. Trudi Widmer erinnert daran, dass auch Einrichtungen aus Schulen dankbar angenommen werden. Auch für Ausstattungen von nicht mehr benötigten Arzt- oder Zahnarztpraxen und sogar von Spitälern findet man Verwendung. Natürlich werden solch grosse Spenden abgeholt. «Schön wäre es, wenn wir noch einige Helfer aus der Gegend finden könnten, die bereit sind, auf ehrenamtlicher Basis mit einem Lieferwagen grössere Sachen bei Spendern abzuholen», erklärt die engagierte Frau. Trudi Widmer und ihre Helferinnen arbeiten ohne Entschädigung. Trotzdem sind die Kosten für die Transporte der Hilfsgüter nicht zu unterschätzen. Neben einem eigenen Lastwagen kommen dafür hauptsächlich ausländische Transportfirmen zum Zug. Das Hilfswerk ist für Beiträge an die Transportkosten oder Geldspenden, die für die nötige Unterstützung vor Ort benötigt werden, immer dankbar.

Hilfsgüterlager 9607 Mosnang / SG

Adresse: Haus Meienberger, Lager Chürzestrasse 24, 9607 Mosnang
Lagekarte: Download
Lagerverantwortung: Trudi Widmer, Tel. 071-983 43 07

Öffnungszeiten: Mittwoch, 09.00-11.00 Uhr

Das Lager ist während den Schulferien geschlossen.
Im Herbst: 25.09.-17.10.
Weihnachtstage: 24.12.-02.01.
Im Frühling: 09.04.-25.04.

Angenommen werden: Kleider, Schuhe, Duvets, Kissen, Wolldecken, Geschirr, Medizinisches Hilfsmaterial (keine Medikamente), Hygiene-Artikel, Fahrräder, Kinderwagen, Spielsachen, Musikuniformen, Instrumente, Religiöse Artikel, Möbel (grosse nur nach Absprache)

Alle Güter werden nur in sauberem, funktionierendem Zustand angenommen oder Zuhause abgeholt.

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Weihnachtsaktion

Wenn auch Sie sich an der diesjährigen Weihnachtsaktion beteiligen und ein Weihnachtspaket machen wollen, können Sie hier den Flyer herunterladen. Falls Sie nicht in der Nähe einer der Sammelstellen wohnen, rufen Sie uns an! Wir finden bestimmt eine Lösung, wie Ihre Weihnachtspakete an eines unserer Lager kommt.

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