Einweihung des ökumenischen Bildungshauses für Familien und Erziehende in Kiew

29. Oktober 2015
P. Rolf Schönenberger

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es in der Ukraine nur wenige Bildungshäuser für die Bevölkerung gibt und die Nachfrage immer grösser wird. So haben wir im letzten Jahr begonnen, unser Haus am Abend und an den Wochenenden für Kurse, Vorträge und spirituelle Weiterbildung zu öffnen. Dafür war jedoch der Bau eines Saales für 100 Personen unbedingt nötig, um alle Teilnehmer in einem einzigen Raum versammeln zu können.

Bildungshaus mit Saal

Im Sommer 2014 haben wir angefangen, das Kinderzentrum um einen Trakt und die zusätzlichen Räume erweitern. Die bisherigen Aktivitäten des Kinderzentrums wurden dadurch jedoch nicht beeinträchtigt und konnten parallel weitergeführt werden. Die Kurse über Erziehung und Familie, Jugendbildung und Mütterschutz, die hier an Wochenenden und während der Ferien angeboten werden, sind bereits für das ganze nächste Jahr ausgebucht.

Kursteilnehmer im Saal

Nach einjähriger Bauzeit konnte der neue Trakt mit dem grossen Martin-Saal am 29. Oktober 2015 unter grosser Anteilnahme der geladenen Gäste eröffnet werden. Der Saal ist so konzipiert, dass jeder Teilnehmer an den Vorträgen die Schönheit der Natur mit Ausblick auf den See immer im Blick hat.

Saal mit Empore

Der bekannte Schweizer Künstler Eugen Renggli hat für den Saal, der zusammen mit der Empore Platz für rund 100 Leute bietet, eine Skulptur des Hl. Martin von Tours geschaffen, welche dem Saal seinen Namen gab. Die Räume werden am Abend, an den Wochenenden und in den Ferien zum Selbstkostenpreis den verschiedenen christlichen Pfarreien und Gruppen zur Verfügung gestellt. Das Haus bietet Übernachtungsmöglichkeiten für 33 Personen in 9 Zimmern an.

Skulptur des Hl. Martin von Tours

Einweihung durch den Erzbischöf der Diözese Kiew-Zhytomir

Der Erzbischof der Diözese von Kiew-Zhytomyr, Monsignore Petro Malchuk, liess es sich nicht nehmen, die neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und zusammen mit P. Rolf Schönenberger feierlich einzuweihen. In seiner Ansprache dankte der Erzbischof den Wohltätern der Osteuropahilfe und den Verantwortlichen der Stiftung «Triumph des Herzens» für die gelungene Erweiterung des Kinderzentrums zum ökumenischen Bildungshaus und forderte die Anwesenden auf, mit grosser Dankbarkeit die neuen Räume zu beleben, die in der Hauptstadt Kiew einzigartig sind. Als beispielhaft bezeichnete der Erzbischof den Einsatz aller, die sich im Kinderzentrum um die spirituelle Bildung der Kinder und Erwachsenen kümmern.

Erzbischöf der Diözese Kiew-Zhytomir

Nach einem Gebet segnete er den grossen Saal und in Prozession wurde das Foyer, der neue Gymnastikraum und die Schreinerei eingesegnet. Anschliessend weihte der Erzbischof den neu gestalteten Garten mit dem beleuchteten Marien-Brunnen, den Kinderspielplatz, den kleinen Zoo mit den Fasanen, Pfauen, Hühnern, Kaninchen, Hunden und Wasserratten sowie die Banja für die Erwachsenen und den neuangelegten Gemüsegarten.

Kleiner Zoo

Im Anschluss daran segnete er auf seinem Rundgang durchs Haus das grosszügige Nähatelier im 2. Stock sowie die Terrasse über dem Saal. Zum Abschluss der Feierlichkeiten gab es für alle Gäste im Speisesaal ein Schwedisches Buffet, das unsere Kinder kunstvoll mit Speisen hergerichtet hatten, welche sie in den Kochkursen bei uns erlernten.

Mädchen beim Nähen

Die Gäste waren voll Bewunderung für unsere Arbeit mit den Kindern und Erwachsenen und beeindruckt von der Schönheit der Räume und der Umgebung des Hauses, die wir ihnen zur Verfügung stellen. Um 21.00 Uhr begaben sich alle voll Freude, Dankbarkeit und neuer Hoffnung auf den Weg nach Hause.

Terrasse mit Ausblick

Fotogalerie

Die Erweiterung des Kinderzentrums in Kiew um einen weiteren Trakt war anspruchsvoll und hat ein ganzes Jahr in Anspruch genommen. Die Betreuung der 50-60 Kinder, die täglich in unser Haus kommen, durfte nicht beeinträchtigt werden. Durch den Neubau enstanden jedoch auch für die Kinder zusätzliche infrastrukturelle Verbesserungen im Bereich des Spielplatzes und des Tiergeheges. Durch die Erweiterung des Gebäudes kann das Haus nun noch optimaler genutzt und an Wochenenden und in den Ferienzeiten für wertvolle Fördermassnahmen zur Verfügung gestellt werden.

Kinder des Kinderzentrums
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