Eine Schulklasse hilft beim Helfen: sammeln, sortieren, spenden

erschienen im Sonntag, der Kirchenzeitung der kath. Kirche in Kärnten
am 25. Juni 2017
von Ingeborg Jakl

In drei Wochen geht wieder ein grosser Transport in die Ukraine. Neben Sachspenden wird auch Geld für den Transport benötigt. Dass an der Schule nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenz vermittelt werden kann, zeigt das Beispiel der Neuen Mittelschule 10 aus Klagenfurt.

„Helfen macht Spaß“, verrät Edwin und wuchtet mit Anna einen großen Stapel Decken, fein säuberlich zusammengelegt, aus dem Kofferraum. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Mario und Claudio sowie Klassenvorstand Maria Bauer von der 2C der Neuen Mittelschule (NMS 10) in Klagenfurt sind sie heute zur Sammelstelle der Ukrainehilfe in Klagenfurt gekommen. Die Integrationsklasse mit 22 Buben und Mädchen hat gesammelt und alle Schüler der Schule und ihre Eltern sowie das Kollegium mit Direktorin Ricarda Stadtmann haben mitgemacht. „Zusammengekommen ist so viel, dass wir mehrmals mit dem Auto fahren mussten“, berichtet Bauer voll Stolz. „Wir haben jeden Zentimeter im Wagen genutzt und alle Pakete, Säcke und Taschen untergebracht.“ „Ihr seid großartig“, dankt Waltraud Tomaschitz, unermüdliche Koordinatorin der Ukrainehilfe, den Schülern, die neugierig vor ihr stehen. „Ihr müsst unbedingt auch euren Mitschülern unseren Dank überbringen“, sagt sie. „Am liebsten wäre die ganze Klasse hierher mitgekommen“, erzählt Maria Bauer. „Aber das ging sich nicht aus. Wir brauchten so viel Platz für die vielen Sachspenden, angefangen von Matratzen über Kinderspielzeug und Musikinstrumente bis hin zu Kleidung für Kinder und Erwachsene, Geschirr und Hygieneartikel.“ 

Große Freude bei der Ukrainehilfe und Waltraud Tomaschitz. Maria Bauer und ihre Schüler helfen.

Während die Schüler mit Feuereifer den Wagen entladen und die Pakete in die Halle tragen, werden sie dort schon freudig in Empfang genommen. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer sortieren, verpacken und beschriften die bereitstehenden Kartons, um sie dann nebenan in den großen Lagerraum zu bringen. Die vollgepackten Bananenkartons stapeln sich schon wieder bis unter die Decke. „In drei Wochen wollen wir wieder einen Lastwagen auf die Reise in die Ukraine schicken“, sagt Tomaschitz. „In diesem Jahr haben wir schon 50 Tonnen verpackt und losgeschickt. Eine Hilfe, die in der Ukraine sehnsüchtig erwartet wird.“ Damit das auch zügig klappt, hat Maria Bauer noch eine Spende von der Schule über 300 Euro mitgebracht, „denn der Transport muss von uns bezahlt werden“, betont Tomaschitz, „und dazu brauchen wir Geld“.

Akribisch wurden die Sachspenden verladen. Jetzt wird eifrig ausgepackt.

Es ist Dienstagnachmittag, ein schwüler Tag, und in der Lagerhalle ist es unerträglich. „Im Winter stehen wir in dicken Jacken und gefütterten Stiefeln an den großen Packtischen und im Sommer ist es umgekehrt“, erklärt Tomaschitz den Schülern die Umstände, unter denen die Ehrenamtlichen nichtsdestotrotz mit viel Elan ihre Arbeit machen. „Ohne sie könnten wir gar nicht helfen“, so Tomaschitz weiter. Auf den Gesichtern der Kindern breitet sich Nachdenklichkeit aus. „Unglaublich, was hier alle gemeinsam auf die Beine stellen“, ist das Fazit.

Claudio trägt einen Gips, hilft aber eifrig mit.

Zusammenarbeit mit der Osteuropahilfe

Gerade sind Kinderwägen eingetroffen, noch originalverpackt. „Den Leuten fehlt es an allem“, sagt Tomaschitz mitfühlend. Regelmäßig ist der Kontakt zu den Organisatoren von Pater Rolf-Philipp Schönenberger von der Osteuropahilfe. Pater Rolf betont stets, wie wichtig die in Kärnten geleistete Hilfe ist. Er hat in den vergangenen zehn Jahren unermüdlich in der Ukraine soziale Werke aufgebaut und kooperiert mit den zuständigen Stellen vor Ort. „Da können wir auch sicher sein, dass unsere Hilfsgüter ankommen“, betont Tomaschitz vor den Schülern.

Die und ihre Lehrerin Maria Bauer sind beeindruckt und erzählen von ihren Projekten. „Vergangene Woche waren wir mit 20 Rollstuhlfahrern vom Haus Martha in Minimundus“, berichtet Bauer. Ihre Schülerinnen und Schüler besuchen regelmäßig die Senioren im Caritashaus und verbringen gemeinsam viel Zeit beim Basteln, Backen, Plaudern oder eben Ausflügen. „Da ist schon eine richtige Beziehung gewachsen“, sagt Bauer. Die Senioren warten auf die Kinder, die Kinder freuen sich auf die gemeinsame Zeit. 

Mit 20 Rollstühlen in die kleine Welt am Wörthersee.

Daneben hat die Klasse eine Patenschaft für den zwölfjährigen Sharip in Indien übernommen. „Auf eigenen Wunsch“, so Bauer, „spendet jedes Kind vom eigenen Taschengeld einen Euro im Monat dafür, dass sein Schulbesuch gesichert ist. Ebenfalls ein Euro pro Kind geht an das Tierheim Garten Eden. Dort haben die Kinder die Patenschaft von Katze Minnie.“ Ab nun möchten sie die Ukrainehilfe dazu nehmen. „Aber jetzt stehen erst einmal die Sommerferien an“, bremst Bauer so viel Enthusiasmus behutsam ein. „Ich komme zu Besuch“, verspricht Edwin bei der Verabschiedung. „Der Sommer ist ja lang.“ Tomaschitz und ihr Team freuen sich. „Es gibt auch immer eine Jause“, schmunzelt sie.

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