Möbel auf Reisen

erschienen im Migros Magazin
am 3. Januar 2018
von Gabriel Zwicky

Beim Umzug der Klubschule Wengihof nach Altstetten fanden vom Schirmständer bis zur Pinnwand alle Gegenstände der Inneneinrichtung auf verschiedenen Wegen ein neues Zuhause.

Die Klubschule Wengihof konnte einen grossen Teil des Inventars und Mobiliars aus den 45 Kursräumen und Ateliers auf die verschiedenen Klubschule-Standorte zur weiteren Nutzung umverteilen. Dennoch blieben zahlreiche Tische, Stühle, Wandtafeln oder Werkbänke zurück, die allesamt noch gut im Schuss waren. Auch für zwei Klaviere und eine Orgel aus dem Musikzimmer war die Zukunft zunächst ungewiss. Zum Glück liess die Idee, den Möbeln ein zweites Leben zu schenken, nicht lange auf sich warten. Die Genossenschaft Migros Zürich hatte mit Möbelspenden schon bei anderen Gelegenheiten Erfahrungen gesammelt und entschied sich auch beim Wengihof für eine nachhaltige Lösung.
So kamen zwei Schweizer Hilfsorganisationen in den Genuss von gut erhaltenem und solidem Mobiliar. Daneben beteiligte sich die Klubschule Zürich auch an den Transportkosten.

Bereit zum Transport: Rose-Marie Russo von der Klubschule Migros übergibt die Möbel der Osteuropahilfe.

Hilfe direkt vor Ort

Zum einen reisen die Möbel in die Republik Moldova, zum anderen nach Rumänien – genauer nach Reschitza. Die kleine Stadt im Westen Rumäniens steht beispielhaft für viele Ortschaften und ganze Staaten in Osteuropa. Seit der Finanzkrise 2008 haben Armut, Arbeitslosigkeit und mangelnde Infrastruktur weiter zugenommen. Besonders schlecht bestellt ist es um soziale und öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Spitäler oder Kinderheime. Dass den Menschen gleich an Ort und Stelle mit Gütern geholfen wird, dafür setzt sich Stefan Müller seit acht Jahren überzeugt ein. Er ist Geschäftsführer der Osteuropahilfe «Triumph des Herzens» und zeichnet ein einprägsames Bild seiner Organisation: «Wir sind die Waldameisen der Wohlstandsgesellschaft. Fleissig sammeln wir alles Brauchbare ein und schaffen es zielbewusst zum Bestimmungsort.» Seine LKWs legen wöchentlich Tausende von Kilometern zurück. «Kosten und Aufwand sind sehr hoch, doch am Ende lohnt es sich», sagt Müller weiter, «denn selbst eine Schulbank ist nicht nur ein Möbelstück, sondern immer auch der Anfang einer Perspektive.»

Bestimmungsort ist eine Grundschule in Reschitza in Rumänien.

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