«Ausser Kriegsspielen und Batterien ist alles willkommen»

erschienen im Der Landbote
am 25. Februar 2015
von Dagmar Appelt

Osteuropahilfe als Teil des Religionsunterrichts: 35 Oberstufenschüler werden in den nächsten Wochen an einem humanitären Projekt mitarbeiten. Dessen Erfolg hängt vom Mitwirken der Seuzacher Bevölkerung ab.

Momentan liegt ihnen das Thema noch eher fern. Doch das wird sich ãndern: In den nãchsten beiden Wochen werden sich rund 35 Jugendliche auf Einladung der Pfarreien St. Martin in Seuzach und St. Stefan in Wiesendangen intensiv mit dem Hilfswerk Osteuropahilfe befassen. «In der 1. und 2. Oberstufe laden wir die Jugendlichen jeweils zu sechs Treffen ein», erklãrt Pastoralassistent Michael Kolditz.

Gesammelte Güter
«Bitte keine Haushaltsentrümpelungen»: Renata Zuppiger Andreato, Gianluca Andreato und Pastoralassistent Michael Kolditz zeigen, was sich für den Hilfstransport eignet.

Pater Schönenberger kommt

«Hier sollen sie spüren und erfahren, was ihr Glaube mit der Gemeinschaft in der Pfarrei und ihrem Alltag zu tun hat.» Dazu gehört laut Kolditz auch aktive Mitarbeit in Gruppen und bei Anlässen. Für dieses Jahr wurde die Osteuropahilfe des Wiler Paters Rolf Schönenberger gewählt. Das Projekt besteht aus zwei Anlässen, zu welchen die Bevölkerung eingeladen ist. Am Sonntag, 15. März, wird Gründer Schönenberger sein Hilfswerk nach dem Gottesdienst im katholischen Pfarreizentrum persönlich vorstellen. Sammeltag ist dann am Samstag, 11. April, von 9 bis 12 Uhr. Dann werden die Hilfsgüter im Pfarreizentrum entgegengenommen und wenig später nach Osteuropa abtransportiert.

P. Rolf Schönenberger bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen
P. Rolf Schönenberger bei der Verteilung von Lebensmittelpaketen in Rumänien

Nur intakte Güter

«Wir denken an Kleider, Schuhe, Spielsachen, Musikinstrumente, Fahrräder, Bettwäsche, Vorhänge, Kinderwagen und auch Medizinisches», sagt Renata Zuppiger Andreato, die den Anstoss zur Aktion gab. Alle Gebrauchs-gegenstände ausser Kriegsspiele und Batterien seien willkommen, ob gebraucht oder neuwertig. «Die Ware muss jedoch sauber und intakt sein», sagt die dreifache Mutter aus Gütighausen. Es gehe nicht darum, den Haushalt zu entrümpeln.

Auf die Idee, nicht mehr Benötigtes, das noch gut erhalten ist, nach Osteuropa zu geben, kam sie, als ihre Kinder noch klein waren. «Aus Dankbarkeit, dass es uns so gut geht», sagt Renata Zuppiger Andreato. Heute ist aus ihren Sammelaktionen in Thalheim an der Thur längst eine Institution geworden. Rund zehn Sammeltage pro Jahr organisiert die Gütighauserin. Dabei kann sie auch auf die Hilfe ihrer drei Kinder, anderer guter Seelen aus dem Dorf und vereinzelt auch auf Spenden von Firmen zählen.

Begreifen durch Mitarbeit

Der 16jährige Gianluca Andreato unterstützt das Engagement seiner Mutter. «Ich konnte es mir zwar schon irgendwie vorstellen, wie es sein muss, in ärmlichsten Verhältnissen zu leben.» Aber was es wirklich bedeute, als Mensch auf Hilfslieferungen angewiesen zu sein, habe er erst durch seine Projektmitarbeit begriffen. «Ein Recht auf saubere Bettwäsche hat doch jeder». Mit der Frage, wo es anderen Menschen nicht so gut gehe wie uns und wie man ihnen helfen könne, will Kolditz die Jugendlichen sensibilisieren und bei ihnen ein Bewusstsein schaffen, «dass wir mit Kleinigkeiten schon viel bewirken können».

Sonntag, 15. März 2015: Vortrag von Pater Rolf Schönenberger

Veranstalter:
 
Kath. Pfarramt St. Martin
Kontakt: Michael Kolditz – Tel. 052-335 39 23
Ort:Kirche St. Martin Seuzach
Zeit:
 
10.00h  Eucharistierfeier
anschl. Pfarreikaffee und Dia-Vortrag zur Osteuropahilfe.

Artikel downloaden

Die Pfarreien St. Martin in Seuzach und St. Stefan in Wiesendangen sammeln Hilfsgüter für arme Menschen in Osteuropa. Sammeltag ist am Samstag, 11. April 2015. Von 9 bis 12 Uhr können Sie Kleider, Schuhe, warme Decken, Bettzeug, Vorhänge, Fahrräder, Spielsachen und Haushaltwaren - gut verpackt und beschriftet - im Pfarreizentrum von Seuzach abgeben.

Sie können diesen Artikel als PDF herunterladen, indem Sie auf das untenstehende Bild klicken.

Abbildung des Artikels aus "Der Landbote"

Links

© 2017 - Osteuropahilfe